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W123-Club Besichtigung Holzkarosseriebau Winfried Kuhl in Selb
04. Februar 2015

Der Februar-Stammtisch fand ausnahmsweise nicht in Reuth statt. Manfred hatte eine Besichtigung der DKW-Holzkarosseriebau-Werkstatt von Winfried Kuhl organisiert, diese begann um 18:00. Nach der ausführlichen, umfangreichen Besichtigung fuhren wir zum Abendessen in das Hotel Schade in Vielitz und besuchten die Schmankern-Stube, wo auch alle satt wurden. Manfred will einen Bericht über diesen Abend in diversen Mercedes-Zeitschriften (und hoffentlich auch hier) publizieren. Ich denke, jeder der Teilnehmer hat begriffen, wieviel Können, Wissen und Arbeit in so einer Holzkarosserie steckt und möchte Winfried im Namen des Stammtisches für die tolle Führung danken.

Holzkarosse holzkarosse Karosse Karosse
Fotos vom
Holzkarosseriebau 2015



Der etwas andere Karosseriebau oder:
als Karosserien noch im Wald wuchsen
Stammtischbericht 04. Februar 2015

Was macht man im Winter? Die Strassen sind feucht und salzig, es ist kalt und die nur Sommer gewöhnten Batterien sind schlapp… Also macht sich der Stammtisch auf Erfahrungen zu sammeln. Und diese dürfen ruhig mal etwas abseits des Gewohnten liegen. Hier z.B. ein Besuch bei einen Karosseriebetrieb ganz bei uns in der Nähe, so klein, daß ihn nur Eingeweihte kennen. Winfried Kuhl betreibt in der Nachbarstadt Selb einen kleinen Holzkarosseriebau mit dem er sich auf DKW-Modelle spezialisiert hat und das erfolgreich.

So trafen wir uns am 04. Februar in Selb am Schloßberg in seinem Anwesen. Winfried Kuhl kam über sein eigenes DKW-Fahrzeug und seine gründlichen Tischlerkenntnisse darauf 1988 seine erste Totalsanierung aufzubauen. Das gelang so gut, daß er weitere Aufträge annahm und bereits 1990 war er im Geschäft bekannt und gefragt. Es passte zeitlich gut, daß die Grenze zur Ex-DDR aufgegangen waren und im Osten die alten Fahrzeuge auf die Seite gestellt worden waren - die Menschen wollte endlich was Modernes. Altfahrzeuge mit Holzrahmen und Bespannung waren übrig und für kleines Geld oder gegen Mitnehmen zu haben. Im Westen gab es dagegen gab es keine Sanierungsfälle - entweder die Fahrzeuge waren entsorgt oder sie waren bereits restauriert.
Nach und nach erwachte aber wieder gerade im Osten das Interesse an den alten DKW- und IFA-Fahrzeugen und seither erfreut sich Winfried Kuhl einer stabilen Nachfrage nach neu aufgebauten Rahmen und Karossen. Er hat sich 2012 in Selb in den großzügigen Räumen einer ehemaligen Pferdemetzgerei niedergelassen. Dort bietet er den Rahmenbau, die Bespannung mit Kunstleder, die Verblechung in Zusammenarbeit mit Blechkarosseriebauern und die Ausstattung mit Dichtprofilen, Scheibenrahmen usw. an. So erhält der Kunde ein fast fertiges Fahrzeug in welches noch die Antriebstechnik und Elektrik eingebaut werden kann. Bei Bedarf kann sogar die Sattlerei übernommen werden.
Winfried Kuhl demonstrierte den Aufbau anhand eines Kundenautos aus Hannover. Der alte Rahmen ist durch unterwanderte Nässe angefault und nicht mehr betriebssicher. Dabei lernen wir, daß die Holzrahmenbauweise sowohl mit Kunstleder als auch mit Blech beschlagen sein kann. Beide haben im Grunde dasselbe Problem: bekommt das Auto Feuchtigkeit so unterwandert diese die kleinsten Ritzen und verbleibt im Holz des Rahmens. Wird das Auto nicht sehr lange trocken abgestellt um wirklich auszutrocknen so fault irgendwann der Rahmen und verliert seine Festigkeit. Die Türen hängen, der Aufbau hängt sogar durch. Spätestens jetzt ist Teil- oder Neuaufbau angesagt. Länger als 6 Jahre hält kein regelmäßig in unserer Witterung gefahrenes Auto. Da sieht man die Haltbarkeitsdauer unserer modernen Stahlblechkarossen mit anderen Augen.
Der Rahmen wird komplett aus Esche handwerklich hergestellt. Winfried Kuhl hat sich spezialisiert auf die DKW-Modellreihen F5, F7 und F8 (bis 4=8). Dazu kommen noch die IFA-Varianten IFA F8 und die DKW-Schwebeklasse. Größtenteils stehen Vorlagen zur Verfügung. Wer eine ausgefallene Karosserie braucht muß ein Altfahrzeug anliefern. Die Modellpalette und Bilder dazu sind im Internet unter dkw-karosseriebau.de zu finden. Aber gemach: Winfried Kuhl ist die nächsten 4 Jahre ausgebucht. Gemessen an einer Aufbereitung einer Stahlkarosserie mit Ersetzen von Blechteilen, Lackiervorbereitung und Finish sowie anschließendem Aufbau ist so eine Holzkarosse übrigens gar nicht so teuer.
Winfried Kuhl beschieb wie er einen DKW Front aus 2 Türen komplett neu gebaut hat. Und wie jeder gute Restaurierungsbetrieb hat er auch einige Fahrzeuge vorrätig, die noch eine Aufbereitung brauchen und dann natürlich auch einen Käufer und Fahrer. Winfried Kuhl ließ uns in seine Garage schauen, wo IFA und DKW Schwebeklasse stehen. Hier sind ein paar Fotos, die ich nur teilweise kommentieren kann, da ich in diesen Fahrzeugbaureihen nicht sattelfest bin.

Jedenfalls sind wir nach zwei teilweise frostigen Stunden mit vielen Eindrücken im Gasthaus Schade in Vielitz eingekehrt und konnten noch lange über die Eindrücke fachsimpeln. Ich hoffe Euch machen die Fotos Spaß!

Euer Dr.-Ing. Manfred Rudlof am 17.02.2015

Holzkarosse holzkarosse Karosse Karosse
Auszug aus dem DKW-Vorkriegskatalog, neu aufgelegt von Winfried Kuhl Winfried Kuhl in seiner Werkstatt mit Restaurierungsfotos Defekte und teilweise bereits reparierte Holzkarosse
Holzkarosse holzkarosse Karosse Karosse
Aufgeschnittene DKW-Holzkarosse zur Demonstration Aufbau, Isolierung und Verkleidung A-Säule und Stirnwand Neuanfertigung Armaturentafel F9 mit zwei Handschuhfächern Nachfertigung DKW-Embleme
Holzkarosse holzkarosse Karosse Karosse
Neue Sattlerarbeit, Bestuhlung DKW Cabrio mit innenliegendem Kofferraum und schon ohne äußeres Reserverad
Holzkarosse holzkarosse  
Hier warten IFA F9 auf ihre Auferstehung. Ein Ausrutscher muß sein: hier geht eine Goggo-Limousine ihrer Vollendung entgegen. Der Stammtisch mit dem Werkstattchef  


Wer möchte, kann auch hier weiterlesen:
am 16. Juli 2014 - als "Sicherungsfahrzeug" beim TüV einens neue erstandenen DKW-Luxus-Cabriolet
Wiederzulassung und H-Abnahme eines neu restaurierten DKW F8 Luxus-Cabriolet beim TüV in Marktredwitz. Die allererste Fahrt aus eigerer Kraft - daher war ein Begleitfahrzeug nötig.

Fotos
DKW F8 beim TüV


 
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